Von Axel Hodler

Die am 21. Juni 2017 von blockLAB Stuttgart und der SIG Blockchain & Decentralized Computing bwcon organisierte Veranstaltung „Hält die Blockchain-Technologie ihr Versprechen? - Erste Erfahrungen baden-württembergischer Unternehmen“ war ein voller Erfolg. Mit ca 120 Teilnehmern war die Veranstaltung annährend drei mal so gut besucht wie die letzte Veranstaltung.

Wurden Mitte Februar 2017 noch die Potentiale und Status Quo der Blockchain-Technologie aufgezeigt konnte vier Monate später bereits die Relevanz der Blockchain-Technologie für baden-württembergische Unternehmen anhand von ersten Projekten veranschaulicht werden.

Unter Moderation von Jochen Kaßberger wurde, nach einer Begrüßung von Dr. Jürgen Jähnert der bwcon, das Programm gestartet.

Den Anfang nahm Ulrich Klose, Director Business Development Automotive & Electronics Industry bei IBM Deutschland GmbH. Unter dem Titel Blockchain - a disruptive technology gab es eine kurze Einführung in die Historie der Technologie und den anschließenden Fokus auf das Hyperledger Projekt. Bei Hyperledger spricht man im Allgemeinen von einer Permissioned Blockchain. Bestimme Teilnehmer haben verschiedenste Schreibrechte oder nur Leserechte. Eine Permissioned Blockchain ist in den meisten Fällen nicht öffentlich zugänglich und findet somit Unternehmensintern oder in einem Zusammenspiel von mehreren Unternehmen Einsatz. Hierbei versprechen sich die Unternehmen Vorteile und Effizienzgewinne beispielsweise im Auditing. Als Beispiel wurde ein Supply Chain Management Projekt von IBM und Maersk vorgestellt in welchem Containerdokumente digitalisiert und in einer Blockchain gespeichert werden.

Im Anschluss präsentierte Dr. Josef Maichle, Vice President Advance Development der Robert Bosch GmbH, ein Projekt zur Teileverfolgung in der Supply Chain. Hierbei geht es um Betrugserkennung und Schutz im Bezug auf Original und Fälschung von Ersatzteilen. Jedes Originalteil kann auf einer Blockchain registriert und durch dessen Lebenszyklus dort abgebildet und begleitet werden. Dies fällt unter den Begriff Provenance, die Herkunfts oder Besitzprüfung eines Objekts. Bosch setzt hierbei erfolgreich auf Hyperledger, hatte allerdings noch mit kleineren typischen anfänglichen Kinderkrankheiten der noch jungen Plattform zu kämpfen.

Karsten Treiber von targens 100% Tocher der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zeigte ein Projekt zu Schuldscheintransaktionen auf der Blockchain vor. Das Schuldscheindarlehen wird von Initiierung bis zum Vertragsabschluss auf einer Blockchain abgebildet. Hierzu wird eine permissioned Ethereumchain verwendet. Während das eigentliche Ethereum öffentlich ist steht es jedem frei die darunterliegende Technologie und das Tooling auch in einem geschlossenen System, mit festgelegten Akteuren, einzusetzen.

Seither gibt es auch ein Video zum Projekt:

Den gelungenen Abschluss machte Dr. Ole Langniß, CEO von OLI Systems GmbH mit einer Blockchaingestützten Community für dezentralen Energiehandel. Der Energiehandel findet P2P auf einem auktionsbasierten Marktplatz statt. Durch diese Vermeidung von Intermediären mithilfe der Blockchain-Technologie können Transaktionskosten eingespart werden. Auch hier findet eine permissioned Ethereumchain Einsatz.

Nach jedem Vortrag bot sich die Möglichkeit Fragen zu stellen welche von den Besuchern auch rege genutzt wurde.

Das Feedback aus der letzten Veranstaltung ein Überziehen einzelner Vorträge zu vermeiden wurde umgesetzt und so konnte pünktlich zum gemütlichen Teil des Abends übergegangen werden.

Bei einem Buffet und kühlen Getränken wurde weiter die Zukunft diskutiert und Kontakte geknüpft um diese zu schaffen.

Vielen Dank an alle Organisatoren, den Sponsoren IBM und Cloud Mall Baden Württemberg, allen Vortragenden und natürlich den zahlreich erschienenen Besuchern für eine gelungene Veranstaltung.